Reduzierung von Stromnetzkosten durch Energiespeicher – Mit Hilfe von Lastmanagement und Peak Shaving die allgemeinen Netznutzungsentgelte gemäß § 19 Abs. 2 StromNEV um bis zu 90 % senken

Insbesondere energieintensive Unternehmen stehen aktuell in Hinblick auf die deutlich gestiegenen Energiepreise vor großen Herausforderungen, den zukünftigen energie- und klimapolitischen Rahmenbedingungen und ihrer Dynamik angemessen zu begegnen.

Die Kosten für die Netznutzung sind ein großer Bestandteil der Strompreise in Deutschland und in den letzten Jahren durchschnittlich über alle Netzebenen und -gebiete hinweg deutlich gestiegen. Die Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) sieht gemäß § 19 Abs. 2 zwei Ausnahmeregelungen vor, die es ermöglichen, die Netznutzungskosten zu reduzieren. Von diesen Regelungen können z.B. Unternehmen mit einem „atypischen Lastverhalten“ profitieren, wenn u.a. deren Jahreshöchstlast außerhalb definierter Hochlastzeitfenster des Netzbetreibers liegt (Satz 1). Letztverbraucher mit sogenannter intensiver Netznutzung d.h. mit (hohem) gleichmäßigem Leistungsbezug, haben gem. Satz 2 ab 7.000 Jahresbenutzungsstunden (h/a) einen Anspruch auf ein bis zu 80% bzw. bei mehr als 8.000 h/a auf ein bis zu 90% reduziertes Netzentgelt.

Obwohl diese Regelungen schon einige Jahre existieren, liegen oftmals noch viele Unternehmen knapp unter dieser Schwelle von 7.000 h/a und kommen somit nicht in den Genuss einer Netzkostenreduzierung. Um bspw. die Voraussetzungen der Regelungen gem. Satz 2 zu erfüllen, aber auch einfach nur um den Leistungsanteil in den Netzkosten zu senken, reicht es oftmals schon aus, die abrechnungsrelevante Jahresleistungsspitze (Peak) zu reduzieren. Für ein sog. Peak Shaving kann z.B. ein angepasstes Lastverhalten, aber auch der Einsatz eines Speichersystems interessant werden, das sich in einzelnen Fällen bereits in kurzer Zeit amortisieren kann. PwC bietet Unternehmen die Möglichkeit, auf Basis ihrer Lastgangdaten die individuellen Einsparpotenziale sowie Handlungsoptionen aufzuzeigen und geht anschließend auf Wunsch in die Detailanalyse und begleiten das Umsetzungsprojekt mit einem ganzheitlich wirtschaftlichen, rechtlichen, technischen und regulatorischen Ansatz.

Die Kosten für die Nutzung des Netzes der allgemeinen Versorgung bestimmen sich aus dem individuellen Verbrauchsverhalten des Unternehmens und den Arbeits- und Leistungspreisen des jeweiligen Anschlussnetzbetreibers. Die Leistungskosten werden dabei nach der höchsten in einem Kalenderjahr bezogenen Spitzenlast bemessen. Durch Peak Shaving kann dieser maximale Leistungsabruf mittels Lastabwurf, aber auch mittels Lastverschiebung oder über den gezielten Einsatz eines Energiespeichersystems reduziert werden. Energiespeichersysteme können dabei einerseits die Voraussetzungen für die gleichmäßige Netznutzung erfüllen (größer 7.000 Vollbenutzungsstunden), sie können aber auch den Leistungsbezug aus dem Netz der allgemeinen Versorgung in den Hochlastzeitfenstern des Netzbetreibers senken und so eine Netzkostenreduzierung durch eine „atypische Netznutzung“ erzielen. Egal ob Energiespeichersystem oder Lastverschiebung, in jedem Fall ist ein effizientes Lastmanagement zu erarbeiten, in dem klare Regeln und Abläufe sowie Maßnahmen zu definieren sind, die bei Überschreitung eines bestimmten Leistungswerts umgesetzt werden. Daher ist ebenfalls eine Analyse der aktuellen Prozesslandschaft durchzuführen.

Auf Grundlage unserer langjährigen Erfahrung in der Beratung energieintensiver Unternehmen steht PwC Ihnen bei der individuellen Betroffenheitsanalyse zur Verfügung und unterstützt ebenso bei der Detailanalyse individueller Einsparpotenziale und deren Überführung in konkrete Maßnahmen. Hierbei bringen wir das breite Spektrum unserer technisch-wirtschaftlichen sowie rechtlichen und regulatorischen PwC-Expertise ein.

Unser Leistungsportfolio umfasst u.a. die folgenden Bereiche:

Modul A: Betroffenheitsanalyse

  • Darstellung der individuellen Betroffenheit durch Potenzial- und Lastganganalyse
  • Aufzeigen von Einspar- und/oder Lastverschiebungspotenzialen und Abschätzung der Effekte
  • Herleitung der Umsetzungsmöglichkeiten
  • Formulierung von Handlungsempfehlungen

Modul B: Detailauswertung und Umsetzung

  • Standortanalyse (Schaltanlage, Bodenbeschaffenheit, Brandschutz, Genehmigungen)
  • Wirtschaftlichkeitsberechnung und Dimensionierung der Umsetzungsmöglichkeiten (bspw. Auslegung Energiespeicher)
  • Entwicklung eines geeigneten Messkonzepts
  • Analyse Prozesse und Lastmanagement
  • Unterstützung bei der Antragsstellung und in der Kommunikation mit Netzbetreiber und Regulierungsbehörde
  • Auswertung weiterer Anwendungsbereiche eines Energiespeichers (bspw. Regelenergiebereitstellung oder Intra-Day-Handel)

Bei Rückfragen oder zur Abstimmung etwaiger Unterstützungsmöglichkeiten zögern Sie bitte nicht, uns anzusprechen. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.

Ansprechpartner:

Dipl.-Ing. Carsten van Plüer

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