Aktuelles Whitepaper mit Empfehlungen für eine leistungsfähige Bundeswehrreserve

Im neuen Whitepaper "Die militärische Reserve – Rückgrat der nationalen Verteidigung und Brücke zur Gesellschaft" formulieren PwC-Expert:innen Perspektiven, wie die Bundeswehr ihre Reserve besser einbinden kann.

Denn angesichts neuer geopolitischer Herausforderungen muss die Bundeswehr „kriegstüchtig“ werden. Ohne eine gut ausgebildete und einsatzbereite Reserve wird dies nicht gelingen. Die Reserve muss deshalb zu einem integralen Bestandteil der deutschen Sicherheitsarchitektur werden.

In der Publikation analysieren die Autor:innen die Anforderungen, die Frieden und der Bündnisfall jeweils an eine funktionale Reserve der deutschen Bundeswehr stellen: Früher war sie primär als unterstützende Kraft vorgesehen; heute sind ihre Aufgaben komplexer. Sie stellt unter anderem Spezialexpertise zur Verfügung, etwa in der Cyberabwehr und bei besonderen medizinischen oder logistischen Aufgaben.

Zentral sind Reservist:innen auch für die Zusammenarbeit mit zivilen Stellen. Angesichts der aktuellen politischen Bedrohungslage lassen sich Frieden und Bündnisfall nicht mehr eindeutig trennen. Stattdessen gibt es einen Übergangsraum, auf den sich auch die Reserve einstellen muss.

Um passende Strategien für die Bundeswehr zu entwickeln, untersuchen die Autor:innen die Reservekonzepte anderer westlicher Staaten: So verfügt die US-Armee über mehrere Reservekomponenten; die Ready Reserve stellt mit etwa einer Million Soldat:innen knapp die Hälfte der gesamten Streitkräfte. Die benötigte Personalstärke erreicht die Reserve mit einer effizienten Rekrutierungsunterstützung. Die britische Armee verfolgt ein deutlich anderes Konzept. Bei ihr stellt die Reserve vor allem spezifische Fähigkeiten für Einsätze mit besonderen Anforderungen bereit.

Vorschläge für fünf Handlungsfelder

Aus ihren Analysen leiten die Autor:innen Empfehlungen für fünf Handlungsfelder ab: Im Handlungsfeld „Führungsstrukturen“ schlagen sie ein „zentrales Lagebild“ vor, das alle personellen und materiellen Verfügbarkeiten sammelt. Reservist:innen sollen so dezentral Aufträge übernehmen können, in etwa nach dem Modell der Mobilitätsplattform Uber. Für das Handlungsfeld „Personalgewinnung und Heranziehungsprozesse“ empfehlen die Autor:innen unter anderem, Administrationsprozesse zu automatisieren und dadurch zu beschleunigen. Zudem sollten zivilberufliche Qualifikationen einfacher anerkannt werden.

Ausbildungsstandards harmonisieren

Für das Handlungsfeld „rechtliche Rahmenbedingungen“ schlagen die Autor:innen eine neue Beorderungskategorie vor, die sich über ein verbindliches Minimum an Übungstagen und, für manche Posten, über ein Bereitschaftserfordernis für Ad-hoc-Heranziehungen definiert. Um die Verzahnung der Reserve mit der aktiven Truppe zu verbessern, sollte die Bundeswehr Ausbildungsvorgaben und -standards harmonisieren. Und schließlich sollte die Bundeswehr die Reserve besser in die Gesellschaft einbinden. Hierzu gehört etwa, intensiver mit den Arbeitgebern der Reservist:innen zu kommunizieren.

Hier finden Sie die Inhalte zur gesamten Studie.

Ansprechpartner:
Dr. Wolfgang Zink

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Prof. Dr. Rainer Bernnat

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