Das Vertrauen der Menschen in Deutschland in ihr Gesundheitssystem stagniert auf historischem Tief

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Nur 50 Prozent der Menschen in Deutschland zählen das deutsche Gesundheitssystem zu den drei besten der Welt. Das hat das „Healthcare-Barometer 2026“ ergeben.

Für das Barometer hat PwC Anfang 2026 genau 1.000 Bundesbürger:innen repräsentativ befragen lassen. Die 50 Prozent entsprechen dem historischen Tiefstand der 2025er-Befragung. Den bis dato höchsten Prozentwert hatte das Healthcare-Barometer 2020 ergeben – mit 72 Prozent. Weitere Ergebnisse der jüngsten Erhebung: 59 Prozent der Befragten sehen die Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens als zentrale Herausforderung. Dies sagten bei der 2025er-Befragung noch 56, im Jahr 2024 nur 44 Prozent. Die Sorge über fehlendes Fachpersonal bleibt auch der jüngsten Befragung zufolge verbreitet (53 Prozent). Allerdings hat sie deutlich abgenommen (2025: 65, 2024: 75 Prozent).

Auffällig ist auch: Als wahrgenommene Herausforderungen deutlich gewichtiger geworden sind die Digitalisierung des Gesundheitssystems (2026: 18, 2025: 15, 2024: 13 Prozent) und insbesondere der Datenschutz (2026: 16, 2025: 9, 2024: 6 Prozent). Bei den 18- bis 34-Jährigen lagen die Werte bei der 2026er-Befragung mit 26 (Digitalisierung) bzw. 22 Prozent (Datenschutz) sogar noch deutlich höher.

Bei der Bewertung der Klinikversorgung sind vor allem die Geschlechterunterschiede bemerkenswert: 59 Prozent der Männer sehen sie positiv, aber nur 43 Prozent der Frauen – das ist ein historischer Tiefstand. Bei der Wahl eines Krankenhauses bleibt der Hausarzt oder die Hausärztin klar die wichtigste Informationsquelle (50 Prozent), gefolgt vom Freundes- und Bekanntenkreis (35 Prozent). Digitale Kanäle spielen dagegen kaum eine Rolle: Für die Klinikwahl nutzen den Befragungsergebnissen zufolge nur zehn Prozent der Menschen in Deutschland KI-Tools, acht Prozent Social Media und sieben Prozent Gesundheits-Apps. Den wirksamsten Hebel zur Verbesserung des Gesundheitssystems sehen rund neun von zehn Befragten in einer stärker integrierten Versorgung, konkret in engerer Zusammenarbeit zwischen Ärzt:innen, Therapeut:innen, Kliniken und  Pflegeeinrichtungen. Fast acht von zehn Personen erachten den Aufbau gut vernetzter digitaler Systeme und digitale Datennutzung als relevant. Und knapp sieben von zehn Befragten forderten erweiterte und vernetzte telemedizinische Angebote.

Sehr interessant ist auch: Die Altersgruppe ab 55 Jahren zeigt die mit Abstand höchsten Zustimmungswerte hinsichtlich integrierter Versorgungssysteme (90 Prozent) und digitaler Infrastruktur (81 Prozent), die bis 34-Jährigen hingegen mit 79 Prozent bei den Telemedizin-Netzwerken. Und 82 Prozent aller Befragten sind bereit, persönliche Gesundheitsdaten für die medizinische Forschung freizugeben – teils aber nur gegen Entgelt oder konkreten Mehrwert. Die geringste Bereitschaft zur Datenweitergabe besteht gegenüber Technologieunternehmen. Positiv ist die Zufriedenheit mit den Krankenkassen: 87 Prozent der Versicherten bewerteten ihre Krankenkasse als gut oder sehr gut. 86 Prozent gaben an, medizinisch gut versorgt zu sein. Und gesetzlich Versicherte bewerteten ihre Kasse etwas positiver als privat Versicherte (87 ggü. 81 Prozent).

Hier können sie sämtliche Ergebnisse im Healthcare-Barometer lesen.

Ansprechpartner:
Michael Ey

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Prof. Dr. Rainer Bernnat

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