Die Klimamaßnahmen der Unternehmen hinken den Erwartungen der Investor:innen hinterher

Wie CEOs die Investorenerwartungen im Umgang mit dem Klimawandel besser erfüllen können

CEOs sorgen sich weniger um den Klimawandel und die finanziellen Folgen auf Unternehmen, als Investor:innen das gerne sehen würden – und es gelingt ihnen nicht, die Risiken und Chancen des Klimawandels so zu adressieren, wie Investoren das fordern. Zu diesen Ergebnissen kommt der Vergleich zweier PwC-Studien. Wieso das problematisch ist – und was Unternehmen nun tun sollten.

Der Klimawandel beeinträchtigt die Fähigkeit von Unternehmen, Werte zu schaffen. Doch sind sich CEOs und Investor:innen der finanziellen Auswirkungen dieser Risiken bewusst? Um das herauszufinden, haben wir im Rahmen unseres jährlich durchgeführten „Global CEO Surveys“ Vorstandschefs gefragt, wie stark ihr Unternehmen kurz- und mittelfristig von finanziellen Verlusten in Folge des Klimawandels betroffen sein wird und wie sehr der Übergang zu alternativen Energiequellen die Profitabilität in den kommenden zehn Jahren beeinflussen wird.

Investor:innen haben wir im Rahmen des „PwC Global Investor Surveys 2022“ die gleichen Fragen gestellt – bezogen auf die Firmen, in die sie investieren oder die sie analysieren

Gleiche Bedrohung, unterschiedliches Dringlichkeitsempfinden

Sowohl kurz- als auch mittel- und langfristig (zwölf Monate, fünf und zehn Jahre) gehen Investor:innen davon aus, dass der Klimawandel und der Übergang zu erneuerbaren Energien stärkere Auswirkungen auf die finanzielle Performance von Unternehmen haben wird, als CEOs denken.

Andere akute Bedrohungen wie die hohe Inflation und Volatilität erscheinen den Unternehmenschefs derzeit offenbar dringlicher und überlagern somit die Sorgen um den Klimawandel: Während 2021 noch ein Drittel der CEOs sehr oder extrem besorgt war, dass der Klimawandel eine globale Bedrohung darstellt, die ihr Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten negativ beeinflussen könnte, lag dieser Anteil 2022 nur noch bei 14 %.

Investor:innen drängen auf Klimamaßnahmen

Wenn es nach den Investor:innen geht, sollten Unternehmen jedenfalls jetzt handeln: Fast jede:r Zweite ist der Meinung, dass Unternehmen die Reduktion von Treibhausgasemissionen in ihren Geschäftsabläufen und Lieferketten zu einer ihren Top 5-Prioritäten machen sollten. Auf Platz 1 der Prioritätenliste steht aus Investorensicht das Thema Innovation, gefolgt von Profitabilität.

Die Klimamaßnahmen hinken den Erwartungen der Investor:innen hinterher

Unter den Maßnahmen, die Unternehmen aus Sicht der Investor:innen nun umsetzen sollten, werden

  • Initiativen zur Reduktion der Emissionen,
  • Innovationen für klimafreundliche Produkte und Prozesse
  • und die Entwicklung einer datengestützten, unternehmensweiten Klimastrategie

am häufigsten genannt. Auffällig: Der Anteil der CEOs, die über Pläne oder Erfolge bei der Umsetzung dieser Maßnahmen berichten, ist deutlich geringer.

Wie CEOs die Erwartungen der Investor:innen erfüllen können

1.) Finanzielle Risiken berücksichtigen

Der Übergang zu erneuerbaren Energien könnte sich langfristig signifikant auf die Profitabilität der Unternehmen auswirken. Darin sind sich sowohl Investoren als auch CEOs einig. Wenn Unternehmen ihre Klimamaßnahmen begründen, sollten sie dabei die finanziellen Implikationen von Klimarisiken und -chancen mitdenken.

2.) An finanzieller Disziplin festhalten

Vier von fünf Investor:innen sagen, dass sie bei Unternehmen in ihrem Portfolio, die Nachhaltigkeitsmaßnahmen ergreifen, einen maximal einprozentigen Rückgang der Gewinne akzeptieren würden. Um diese hohen Erwartungen zu erfüllen, werden Unternehmen ein hohes Maß an finanzieller Disziplin bei der Gestaltung ihrer Klimaprogramme an den Tag legen müssen.

3.) Nachhaltigkeitsberichterstattung verbessern

Zu wenige Investor:innen haben Vertrauen in die Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen. Um zu beurteilen, wie ein Unternehmen mit Klimachancen und -risiken umgeht, verlässt sich die große Mehrheit auf den Jahresabschluss. Viele Investoren sind sogar der Meinung, dass das Nachhaltigkeitsreporting der Unternehmen zumindest teilweise auf Greenwashing basiert. Umso wichtiger ist es, die Relevanz und Qualität der Nachhaltigkeitsberichte zu verbessern.

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    Nadja Picard

    Nadja Picard

    Partnerin
    Düsseldorf

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