12. Responsible Leadership Conference: Wie Führungskräfte die nachhaltige Transformation entscheiden

Recap des Events

„Orientierung im Chaos – Die vielfältigen Nachhaltigkeitsanforderungen gemeinsam bewältigen“

Unter diesem Motto kamen zahlreiche Nachhaltigkeitsexpert:innen und Entscheider:innen aus den unterschiedlichsten Branchen zur 12. Responsible Leadership Conference nach München. Diskutiert wurden Fragen rund um die viel zitierte Zeitenwende und mögliche Hebel. Ich selbst durfte am ersten Abend eine Keynote zum Thema Nachhaltige Transformation halten. Die wichtigsten Aspekte und Tipps habe ich hier zusammengefasst.

Zwischen Kriegen, geopolitischen Spannungen, Naturkatastrophen, neuen Technologien und steigenden regulatorischen Anforderungen stehen Unternehmen aktuell vor der Herausforderung, einen tiefgreifenden Wandel innerhalb der eigenen Organisation voranzutreiben. Denn eines steht fest: Ein „weiter so“ ist angesichts der Weltlage keine Option. Daher geht es aus meiner Sicht aus vielen Jahren Beratungspraxis und als PwC Partnerin auch für unsere PwC Transformation verantwortliche Führungskraft darum, die Hebel zur Transformation zu kennen und mit Stringenz in Prozessen, Strukturen und Mindset zu verankern.

Der erste Schritt sollte sein, die eigenen Ambitionen eng verzahnt und abgeleitet aus dem eigenen Geschäftsmodell zu definieren und sich selbst zu fragen, welchen Beitrag das eigene Unternehmen leisten kann und will. Hier sind Weitsicht und Mut gefragt: Wer die Prozesslandschaft jetzt schon zukunftsfähig ausrichtet, spart später Aufwand und Kosten, um die Maßnahmen mühsam aufzustocken. Steht das Ambitionslevel fest, geht es darum, die Nachhaltigkeitsstrategie zu definieren und schrittweise umzusetzen.

Quelle: Dirk Beichert BusinessPhoto

Klare Führung für erfolgreichen Wandel

Das Zauberwort für den Umbruch ist dabei eine sogenannte Sustainable Corporate Governance, also eine ganzheitliche und integrative Führung, Steuerung und Überwachung, die auf drei Ziele einzahlt:

  1. Sie dient dem Menschen,
  2. achtet die Umwelt und
  3. trägt dazu bei, ein produktives und langfristig erfolgreiches Unternehmen zu sicherzustellen.

Gefragt sind Führungspersonen, die Verantwortung übernehmen, vorleben, wie sich die Wertschöpfung mit den definierten Werten verknüpfen lässt und dies in der Kommunikation glaubwürdig transportieren.

Die Nachhaltigkeitsbemühungen sollten nicht an den Unternehmensgrenzen enden. Stattdessen sind Organisationen gefragt, aktiv die Menschen- und Umweltrechte entlang ihrer globalen Wertschöpfungsketten sicherzustellen. Richtlinien wie die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) oder die kommende Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD) werden die Vorgehen der Unternehmen weiter in eine Richtung ausrichten und Prozesse weiter vereinheitlichen. Und zugleich für Unternehmen eine Chance, Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt ihrer Strategie zu rücken und entlang der Wertschöpfungsketten kollaborativer zu agieren.

Drei Impulse für Ihre Nachhaltigkeitstransformation

1. Corporate Digital Responsibility

In einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt ist es entscheidend, auch digitale unternehmerische Verantwortung zu übernehmen. Weil digitale und datengetriebene Lösungen inzwischen den Kern vieler Geschäftsmodelle und Unternehmensstrategien bilden, ist es umso wichtiger, ethische Fragen mitzudenken. So, wie es beispielsweise aktuell in Unternehmen geschieht, die Richtlinien zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz aufsetzen.

2. Sustainable Innovation & Desirable Futures

Für tatsächlich sichtbare Schritte hin zu mehr Nachhaltigkeit sollten Unternehmen Optimal-Szenarien – sogenannte „desirable futures“ – entwickeln, entlang derer sie ihr Produkt-Portfolio ausrichten. Es braucht neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle, um eine wünschenswerte, nachhaltige Zukunft zu fördern. Unternehmen müssen ihre Marken, Strategien und Produkte so transformieren, dass sie langfristig relevant bleiben. Wem es gelingt, das Prinzip der Sustainable Innovation zu leben, gehört die Zukunft.

3. Diversity, Equity & Inclusion (DEI) in der Lieferkette

Eine der größten Stärken von Unternehmen sind die Mitarbeitenden selbst: Divers aufgestellte Organisationen profitieren von ihrer Vielfalt. So berichten in unserer Analyse 56 % derer, die einen hohen DEI-Reifegrad haben, von einem überdurchschnittlich schnell wachsenden Umsatz. Bei homogeneren Gruppen beobachten lediglich 26 % einen Vorteil. Zudem zeigen Studien, dass divers geführte Unternehmen beim Innovationspotenzial und der Wettbewerbsfähigkeit häufig überdurchschnittlich gut abschneiden und oft zukunftsorientierte Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Vielfalt und somit das oben aufgezeigte Potential bewusst in die eigene Lieferkette zu integrieren ist eine relevante Strategie - die sich Unternehmen - auch in Deutschland - mehr und mehr geben!

Drei Tipps aus der Praxis

Das Potential der oben genannten Aspekte ist enorm und Unternehmen können dieses nutzen, indem sie ihre Mitarbeitenden entsprechend anleiten und für die Transformation sensibilisieren. Ein Weg dafür könnten Incentivierungen sein. Um Nachhaltigkeit in die Unternehmens-DNA einzubinden, braucht es starke Anreize für die gesamte Belegschaft. Jede:r sollte sich dabei der persönlichen Verantwortung bewusst sein und den Nachhaltigkeitsgedanken als Teil der eigenen Arbeit verstehen.

Führungskräfte sollten mit gutem Beispiel vorangehen und durch ihr eigenes Engagement ihre Mitarbeitenden zu einer nachhaltigen und ethischen Arbeitsweise motivieren. Verantwortungsvolle Vorgesetzte können Menschen begeistern und eine Atmosphäre schaffen, in der sich alle gehört und gesehen fühlen. Wer sein Team in den Vordergrund stellt, verschiedene Perspektiven berücksichtigt und aktiv in die Kommunikation geht, gewinnt.

Nicht zuletzt sollten sich Führungskräfte über Unternehmensgrenzen hinaus informieren und inspirieren lassen. Dazu gehört, von anderen zu lernen und eigenes Wissen weiterzugeben. Das Denken und Handeln in Ökosystemen schafft dabei Transparenz und bringt alle Beteiligten entscheidend weiter.

Im Bild (von links nach rechtes): Ann-Sophie Groß, Daniela Hanauer, Claudia Feick, Tobias von Tucher, Karolina Chudzinska

Fazit

Es gibt zahlreiche große und kleine Aktionen, die die Nachhaltigkeitstransformation vorantreiben. Plattformen wie die Responsible Leadership Conference sind hier wichtig für Denkanstöße, einen aktiven Erfahrungsaustausch und als Zeichen, dass wir diesen Wandel nur gemeinsam schaffen können. Jetzt zählt es, diese Energie in das eigene Unternehmen mitzunehmen und den Worten auch weiter Taten folgen zu lassen.

Weiterführende Links:

Laufende Updates zum Thema erhalten Sie über das regulatorische Horizon Scanning in unserer Recherche-Applikation PwC Plus. Lesen Sie hier mehr über die Möglichkeiten und Angebote.

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Daniela Hanauer

Daniela Hanauer

Partnerin
München

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