EIOPA-Konsultation zur Neubewertung von Naturkatastrophenrisiken gestartet

EIOPA (Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung) schlägt Änderungen im Standardmodell vor

Die nun vorgeschlagenen Neukalibrierungen würden die Kapitalanforderungen für Versicherer, die diese Risiken abdecken, beeinflussen. EIOPA schätzt, dass die vorgeschlagenen Neukalibrierungen den Solvabilitätskapitalbedarf (SCR) für Naturkatastrophen um etwa 10 % erhöhen würden, den Gesamt-SCR jedoch um weniger als 1 %. Die EIOPA-Konsultation bis zum 20.06.2024 dient der Überarbeitung des Solvency II-Textes. Für Ende 2024 ist die Einreichung einer Stellungnahme bei der EU-Kommission geplant. 

Vorgeschlagene Änderungen

Die von EIOPA vorgeschlagenen Änderungen umfassen folgende Key Points:

  • EIOPA hat Erdbeben, Überschwemmungen, Hagel, Sturm und Bodensenkungen als wesentliche Gefahren identifiziert, bei denen Länderfaktoren, zonale Relationen und regionale Korrelationen neu bewertet werden sollten.
  • Laut EIOPA weisen einige Länder erhöhte Länderfaktoren auf, was zu höheren Kapitalanforderungen für Naturkatastrophen führen würde. Die Auswirkung einiger hierfür ausschlaggebender Faktoren würde jedoch durch die Einführung öffentlicher Programme, die das Risiko der Versicherer verkleinern, verringert werden.
  • In der Konsultation wird vorgeschlagen, Länderfaktoren für das Überschwemmungsrisiko in den nordischen Ländern einzuführen.
  • EIOPA schlägt auch vor, dass in Zukunft Waldbrände, Küstenüberschwemmungen und Dürren als separate Gefahren oder als Unterarten in das Naturkatastrophenrisikomodul aufgenommen werden könnten.

Das angewendete Vorgehen der EIOPA

Die Methodik für die Neubewertung beruht auf Feedback von nationalen Aufsichtsbehörden, Versicherungsverbänden und dem NatCat Technical Expert Network von EIOPA. Modelle und Branchendaten werden verwendet, und die Länderfaktoren werden anhand des 200-Jahres-Verlusts im Verhältnis zum Gesamtversicherungswert für jede Gefahr und Region neu bewertet. Die Notwendigkeit einer Neukalibrierung wird anhand der Größe der Veränderung festgestellt.

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