ESA-Bericht warnt vor Risiken aufgrund der fragilen Wirtschaftsaussichten

Im Fokus der Betrachtung stehen insbesondere die Auswirkungen der aktuellen Inflations- und Zinsentwicklungen, da der Anstieg der Zinssätze sich laut ESA unterschiedlich auf die Akteure auswirkt.

EIOPA hat zusammen mit EBA und ESMA am 18. September den Bericht des Gemeinsamen Ausschusses der Europäischen Aufsichtsbehörden (ESA) für den Herbst 2023 über Risiken und Schwachstellen im Finanzsystem der EU veröffentlicht.

Insbesondere vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, der anschließenden Energiekrise und Turbulenzen bei US-Banken, die zwar größtenteils bisher von den europäischen Finanzdienstleistungsunternehmen gut überstanden wurden, sehen die Aufsichtsbehörden die europäische Wirtschaft weiterhin in einer Phase erhöhter Unsicherheit, die erhebliche Risiken für die Finanzstabilität birgt und damit von Akteuren auf den Finanzmarktteilnehmern erhöhte Aufmerksamkeit erfordert.

Im Fokus der Betrachtung stehen insbesondere die Auswirkungen der aktuellen Inflations- und Zinsentwicklungen, da der Anstieg der Zinssätze sich laut ESA unterschiedlich auf die Akteure auswirkt: Während Banken höhere Nettozinserträge verzeichnen, ergeben sich Liquiditätsrisiken für Vermögensverwalter und Versicherer, die zudem Einbußen bei der Rentabilität verzeichnen.

Vor diesem Hintergrund sprechen die ESA für die nationalen Aufsichtsbehörden sowie Finanzdienstleister und Marktteilnehmer verschiedene Empfehlungen aus:

  • Verankerung der Beobachtung von Auswirkungen starker Erhöhungen der Leitzinsen und das plötzlichen Anstiegen von Risikoprämien im Risikomanagement
  • Treffen von Vorbereitungsmaßnahmen für eine weitere Verschlechterung von Vermögenswerten, insb. bei der Risikovorsorge für Kredite
  • Überwachung von Inflationsrisiken nicht nur bezüglich ihrer Auswirkungen auf die Qualität der Vermögenswerte und die Bewertung, sondern auch durch wachsende Ausgaben und steigende Finanzierungskosten
  • Fokus auf ein effektives Risikomanagement und weiterer Governancemaßnahmen insbesondere in Hinblick auf Liquiditäts- und Zinsänderungsrisiken

Die Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken ist grundsätzlich ein zentrales Thema des Asset-Liability-Managements von Versicherungen. Vor dem Hintergrund hoher Zinsbewegungen sollte hier jedoch ein verstärktes Augenmerk gelegt werden.

Bezüglich Verbraucherschutz haben die ESA zudem ein Informationsblatt veröffentlicht, dass die Auswirkungen von Inflation und steigenden Zinsen auf Verbrauchergelder darstellt und Handlungsfelder aufzeigt.

Bei Fragen zum Risikomanagement und Governance von Versicherungsunternehmen, nicht nur vor dem Hintergrund des oben dargestellten Kontextes, sowie darauf aufsetzender Fragestellungen zu Produktentwicklung und -governance kommen Sie gerne auf mich und meine Kolleg:innen von Actuarial Risk Modelling Services aus GRC Insurance zu!

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