Überwiegend stabile Risiko-Lage – EIOPA Insurance Risk Dashboard Mai 2024

Die EIOPA hat im Mai 2024 eine aktualisierte Version des Insurance Risk Dashboards veröffentlicht.

Wie im letzten Risiko-Dashboard werden nur die Marktrisiken als erhöht hervorgehoben. Die EIOPA prognostiziert für alle Risiken eine stabile Entwicklung, mit Ausnahme von Cyber-Risiken, für die ein moderater Anstieg prognostiziert wird. Derzeit werden Cyber-Risiken dennoch auf einem mittleren Niveau eingestuft.

Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA) hat im Mai 2024 eine aktualisierte Version Insurance Risk Dashboards veröffentlicht. Dieses basiert auf Solvency II Daten aus Q4 2023. Es fasst die wichtigsten Risiken und Schwachstellen im Versicherungssektor der Europäischen Union anhand einer Reihe von Risikoindikatoren zusammen. Die Daten basieren auf Finanzstabilitätsberichten und der aufsichtsrechtlichen Berichterstattung, die von Versicherungsgruppen und Einzelversicherungsunternehmen erhoben werden.

Wie im letzten Risiko-Dashboard werden nur die Marktrisiken als erhöht hervorgehoben. Die EIOPA prognostiziert für alle Risiken eine stabile Entwicklung über die nächsten zwölf Monate, mit Ausnahme von Cyber-Risiken, für die ein moderater Anstieg prognostiziert wird. Derzeit werden Cyber-Risiken dennoch auf einem mittleren Niveau eingestuft.

Im Detail weist die EIOPA auf folgende wesentliche Beobachtungen für die einzelnen Risiken hin:

  • Makroökonomische Risiken bestehen weiterhin. Die schwache Wachstumsumgebung könnte sich negativ auf Versicherer auswirken.
  • Das Kreditrisiko ist stabil, da die Exponierung gegenüber Staats- und Unternehmensanleihen ebenfalls stabil ist.
  • Aufgrund anhaltend hoher Volatilität auf den Anleihemärkten bleiben die Marktrisiken weiterhin erhöht. Die Performance des Immobilienmarktes von 2023 spiegelt sich noch nicht in den verwendeten Jahresindikatoren wider.
  • Auch Liquiditäts- und Finanzierungsrisiken halten sich auf einem beständigen Niveau, da der Bargeldbestand und das Verhältnis liquider Vermögenswerte leicht verbessert wurden, aber die Stornoraten gestiegen sind.
  • Trotz der erhöhten Rentabilität im Jahr 2023, verbleiben die Rentabilitäts- und Solvenzrisiken unverändert.
  • Verflechtungs- und Ungleichgewichtsrisiken sind stabil, da die Exposition gegenüber Banken beständig ist und die Stellung gegenüber anderen Finanzinstituten nur geringfügig gestiegen ist.
  • Die Versicherungsrisiken bleiben auf einem mittleren Niveau.
  • Bezüglich der Marktwahrnehmung ist eine unterdurchschnittliche Leistung im Bereich Nichtlebensversicherung, aber ein überdurchschnittliches Ergebnis im Bereich Lebensversicherung zu beobachten. Außerdem besteht ein Rückgang in Credit-Default-Swap-Spreads. Externe Ratings und Ausblicke sind im Großen und Ganzen stabil.
  • Auch die ESG-bezogenen Risiken verbleiben auf einem beständigen Level. ESG-Ratings sind unverändert, die Exposition gegenüber klimarelevanten Vermögenswerten ist gestiegen und Investitionen in grüne Anleihen stabil. Das Hochwasserrisiko hat sich leicht erhöht, das Sturmrisiko hingegen hat abgenommen.
  • Die Zahl der Cyberangriffe auf alle Wirtschaftszweige ist im Vergleich zum Vorjahresquartal zurückgegangen. Dennoch nimmt die negative Stimmung im Bereich Cyber im ersten Quartal 2024 zu. Insofern wird für Cyber-Risiken ein moderater Anstieg in den folgenden Monaten vorausgesagt.

Einen weiteren interessanten Blick auf die aktuelle Finanzstabilitäts- und Risikolage bietet eine Veröffentlichung des GDV. Die Publikation basiert auf Q1 Daten aus 2024. Besonders wird darin hervorgehoben, dass Herausforderungen von makroökonomischer Seite weiterhin bestehen. Obwohl sich akute Finanzstabilitätsrisiken durch die gesunkene Inflation abgemildert haben, belasten weitere Faktoren die Realwirtschaft und das Finanzsystem.

Allen voran sind hier die angespannte geopolitische Situation, die gedämpften Prognosen für die deutsche Wirtschaft, kontinuierlich bestehende hohe Finanzmarktrisiken und eine generelle Unsicherheit zu nennen. Dadurch bleiben systemische Risiken anhaltend auf einem hohen Niveau. Hierbei werden insbesondere Liquiditäts- und Kreditrisiken wie auch Cyber- und Klimarisiken in den Fokus gerückt. In Bezug auf Letztere betont der GDV die zukünftig verstärkte Einbindung von Klimarisiken in die Versicherungsaufsicht durch die Reform von Solvency II. Auch die aktive Auseinandersetzung der EIOPA und der Internationalen Aufsicht der Versicherungsaufsichtsbehörden (IAIS) mit der Integration von klimabezogenen Risiken in die Aufsicht wird erörtert.

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Melanie Schlünder

Melanie Schlünder

Senior Managerin
Frankfurt am Main

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