Das IKS der nächsten Generation: Vier Hebel für mehr Transparenz, Effizienz und Steuerungsfähigkeit
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Nicht "mehr" arbeiten, sondern "besser" arbeiten: Wie Versicherer Ihr IKS fit für die Zukunft machen.
Viele Versicherer haben ihr IKS etabliert, doch nur wenige nutzen dessen volles Potenzial. Unsere Projekterfahrungen zeigen: Integration, Digitalisierung, skalierbare Betriebsmodelle und KI entscheiden zunehmend darüber, ob das IKS regulatorischer Kostenfaktor bleibt oder zum Instrument wirksamer Unternehmenssteuerung wird.
Aus Herausforderungen Mehrwert schaffen: Der Weg zum IKS der nächsten Generation
Die Ergebnisse des IKS-Barometers 2.0 unterstreichen deutlich, wo die Versicherungsbranche aktuell steht: Lediglich 27 % der Versicherer haben das IKS in das Operational Risk (OpRisk) bzw. Non-Financial Risk (NFR) integriert. Nur 29 % nutzen bereits GRC-Systeme entlang ihres IKS-Regelkreises und erst 15 % setzen KI-Lösungen ein oder pilotieren diese. Gleichzeitig haben 58 % der Versicherer die DORA-Anforderungen noch nicht vollständig operationalisiert.19% haben im Rahmen der Nachhaltigkeitsberichterstattung relevante ESG-Themen noch nicht bzw. nicht vollständig in ihr bestehendes IKS integriert. Darüber hinaus nennen 33 % der Versicherungsunternehmen fehlende Personal- und Zeitkapazitäten als zentrale Herausforderung für die Modernisierung des IKS.
Die Ergebnisse zeigen: Viele Versicherer verfügen über tragfähige Grundlagen. Der nächste Entwicklungsschritt liegt jedoch nicht im Aufbau weiterer Kontrollen, sondern in der intelligenten Verzahnung von Governance, Risikomanagement und Technologie.
1. Hebel: Harmonisierung und Integration
Viele Versicherer operieren IKS, OpRisk, NFR, Compliance und weitere Kontroll- bzw. Governance-Instanzen/Funktionen noch getrennt voneinander. Die Folge sind doppelte bzw. mehrfache, gleichartige Risikoerhebungen in der 1. Verteidigungslinie, unterschiedliche Bewertungsmethoden der NFRs und unterschiedliche, meist nicht vergleichbare Berichte. Für Fachbereiche bedeutet dies häufig, dieselben Risiken mehrfach und unterschiedlich bewerten zu müssen – zunächst im Rahmen des IKS, wenige Wochen später erneut für die OpRisk- oder andere Governance-Funktionen. Laut IKS-Barometer 2.0 sehen 41 % der Versicherer die Integration und Harmonisierung des IKS mit anderen Prozessen und Systemen als größte Herausforderung. Umso wichtiger ist es, Risiken, Kontrollen und Governance-Prozesse auf einer einheitlichen Grundlage zusammenzuführen, um Kosten und Aufwände zu sparen.
In der Praxis zeigt sich regelmäßig: Die größten Effizienzpotenziale entstehen nicht durch zusätzliche Kontrollen, sondern durch die Vermeidung mehrfacher Risikoerhebungen und redundanter Governance-Prozesse.
Harmonisierte Methoden und ein integrierter Steuerungskreislauf schaffen spürbare Entlastung: Risiken werden einmal identifiziert, bewertet und können anschließend für IKS, NFR, ORSA oder Stresstests genutzt werden. Das reduziert Doppelarbeiten, schafft eine konsistente Datengrundlage und erhöht die Transparenz für Management und Vorstand.
2. Hebel: Digitalisierung
Trotz hoher Investitionen in neue Systemlandschaften werden viele IKS-Prozesse weiterhin über Excel-Dateien, E-Mails und manuelle Abstimmungen gesteuert. So nutzen bislang nur 29 % der Versicherer GRC- oder vergleichbare Systeme für die Durchführung der Aktivitäten im IKS-Regelkreis. Moderne GRC-Systeme schaffen dabei eine zentrale Datenbasis für Risiken, Kontrollen, Kontrollschwächen, Vorfälle und Maßnahmen und erhöhen damit Transparenz, Datenqualität und Effizienz. In einem IKS-Digitalisierungsprojekt konnten rund 1.400 Arbeitsstunden pro Jahr eingespart werden, während gleichzeitig die Qualität der Berichterstattung sowie der Steuerungsinformationen verbesserte. Bereits vorhandene GRC-Lösungen aus dem operationellen bzw. nicht-finanziellen Risikomanagement oder dem IKT-Risikomanagement lassen sich häufig mit geringem Aufwand für das IKS erweitern. Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, IKS- und RCSA-Prozesse zu harmonisieren und Doppelarbeiten zu vermeiden.
Der größte Hebel liegt jedoch häufig außerhalb des eigentlichen IKS: In der frühzeitigen Einbindung der IKS-Funktion in Transformationsvorhaben. Wir beobachten regelmäßig im Markt, dass bei der Einführung neuer Kernsysteme der manuelle Kontrollaufwand sogar steigt, wenn Kontrollanforderungen nicht von Beginn an berücksichtigt werden. Dadurch bleiben Automatisierungspotenziale ungenutzt und Effizienzgewinne aus. Wer das IKS frühzeitig in Transformationsprogramme integriert und Kontrollautomatisierungen bereits im Business Case berücksichtigt, senkt Prozesskosten nachhaltig und vermeidet zusätzliche Aufwände nach der Systemeinführung.
3. Hebel: Nutzung von KI
Obwohl das Potenzial groß ist, nutzen oder pilotieren bislang lediglich 15 % der Versicherer KI-Lösungen im IKS-Umfeld.
Künstliche Intelligenz entwickelt sich vom Innovationsthema zum praktischen Werkzeug im IKS. Neben der Analyse regulatorischer Anforderungen kann KI beispielsweise bei der Bewertung von Kontrolldokumentationen, der Identifikation von Schwachstellen, der Vorbereitung von Risikoanalysen oder der Qualitätssicherung unterstützen. Erste Pilotprojekte zeigen bereits spürbare Effizienzgewinne und eine deutliche Entlastung der Fachbereiche.
Entscheidend ist dabei der strukturierte Einsatz entlang klar definierter Anwendungsfälle. Versicherer, die heute Erfahrungen sammeln, schaffen die Grundlage für ein deutlich effizienteres IKS von morgen.
Erste Pilotprojekte zeigen bereits spürbare Effizienzgewinne und eine deutliche Entlastung der Fachbereiche, insbesondere bei Analyse-, Dokumentations- und Qualitätssicherungsaufgaben.
4. Hebel: Effizientes und skalierbares IKS mit PwC Managed Services
Steigende regulatorische Anforderungen treffen auf begrenzte personelle Ressourcen. Viele Versicherer stoßen mit ihren bestehenden Betriebsmodellen an Grenzen. Führende Häuser setzen daher zunehmend auf risikoorientierte Steuerungsansätze, standardisierte Kontrollmodelle und zentrale Governance-Strukturen. Dadurch lassen sich Kontrollaufwände gezielt auf die tatsächlich wesentlichen Risiken konzentrieren, ohne die Wirksamkeit des IKS zu beeinträchtigen.
Ein zunehmend genutzter Lösungsansatz sind Managed Services für ausgewählte Aktivitäten entlang des IKS-Regelkreises. So können beispielsweise Kontrolltests, Wirksamkeitsbeurteilungen oder Revisionsunterstützung flexibel ausgelagert werden. Darüber hinaus setzen Versicherer auf sog. „Build-Operate-Transfer“-Modelle, bei denen neue digitale IKS-Prozesse zunächst extern aufgebaut und betrieben werden, bevor sie in die eigene Organisation wieder zurückgehen. Dadurch lassen sich Kapazitätsengpässe reduzieren, Expertenwissen gezielt nutzen und regulatorische Anforderungen zeitnah und effizient umsetzen. Die IKS-Funktion wird entlastet und hat somit mehr Kapazitäten für steuerungsrelevante Themen.
Unsere Erfahrungen zeigen, dass insbesondere die konsequente Standardisierung von Kontrollaktivitäten und Verantwortlichkeiten erhebliche Effizienzpotenziale freisetzt und die Skalierbarkeit des IKS nachhaltig verbessert.
Wenn Sie die Ergebnisse des IKS-Barometers 2.0 vertiefen möchten, klicken Sie bitte auf den folgenden Link:
Anmelde-Link zum IKS-Barometer: https://eu.workbench.pwc.com/report-viewer/shared/IKS-Barometer-Volume-2
Fazit
Die Ergebnisse des IKS-Barometers 2.0 zeigen: Die Weiterentwicklung des IKS ist heute weit mehr als eine regulatorische Notwendigkeit. Die größten Potenziale liegen heute nicht im Aufbau weiterer Kontrollen, sondern in deren intelligenter Vernetzung, Digitalisierung und Skalierung. So lassen sich Transparenz erhöhen, Ressourcen gezielter einsetzen und die Steuerungsfähigkeit nachhaltig stärken.
PwC unterstützt Versicherer entlang der gesamten Transformation, von der strategischen Zielarchitektur über die Harmonisierung von Governance- und Risikoprozessen bis hin zur Digitalisierung und dem Einsatz von KI im IKS. Unsere Projekterfahrungen zeigen: Die größten Mehrwerte entstehen dort, wo IKS nicht isoliert betrachtet wird, sondern als integraler Bestandteil einer modernen Unternehmenssteuerung.
Wer diese Potenziale frühzeitig nutzt, schafft nicht nur ein effizienteres Kontrollumfeld, sondern einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.
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