Zuverlässige Daten für eine leistungsfähige Verwaltung
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Damit die Registermodernisierung ihre volle Wirkung entfalten kann, muss die Datenqualität stimmen
Behörden sollen künftig schneller und zuverlässiger entscheiden – und damit den Alltag der Bevölkerung vereinfachen. Dazu werden sie künftig die Daten aus den rund 300 Registertypen in Deutschland über ein technisches System, das NOOTS, austauschen (s. Interview). Doch wie steht es um die Qualität der Registerdaten? Hier besteht teils noch erheblicher Verbesserungsbedarf.
Mängel mit schwerwiegenden Folgen
Einige Beispiele: Bis zu 15 Register erfassen dieselben Daten, zum Beispiel den Geburtsort einer Person – mit teils abweichenden Einträgen, weil die Daten in jedem Verwaltungskontext jeweils händisch neu erfasst werden. Auch im Nationalen Waffenregister sind Schätzungen zufolge mehr als zehn Prozent der mehr als zwei Millionen Datensätze fehlerhaft. Typisch sind Dubletten, fehlende Angaben und unterschiedliche Schreibweisen, etwa Müller und Mueller.
Solche vermeintlich kleinen Mängel können gravierende Folgen haben – wenn zum Beispiel die Daten des alle zehn Jahre erhobenen Zensus und der fortgeschriebenen Melderegister voneinander abweichen. Denn von diesen Daten hängt unter anderem die Zuweisung staatlicher Mittel an die Kommunen ab, sodass Abweichungen die zuverlässige Finanzplanung für Gemeinden erheblich erschweren können.
Wenn die Behörden Daten mehrfach und in der Regel manuell erfassen, führt dies häufig zu inkonsistenten Daten über die verschiedenen Verwaltungsebenen hinweg. Das Once-Only-Prinzip – das eigentliche Ziel der Registermodernisierung – kehrt die Logik um: Behörden, die Daten bereitstellen, verantworten deren Qualität für alle anderen Einrichtungen, die auch auf die Daten zugreifen. Zentrale Datenkataloge für alle Verwaltungsverfahren, zum Beispiel globale Adressdatenbanken, könnten einige der häufigsten Fehlerquellen – etwa Tippfehler – deutlich reduzieren.
Zentraler Basisdienst für Datenqualität
Daher sollte ein zentraler Basisdienst die Qualität von Bestandsdaten in den Registern prüfen – bevor die Daten ins Austauschsystem NOOTS gehen. Der Dienst sollte anschließend regelmäßig die Datenqualität prüfen – schließlich ändern sich die Datensätze ständig. Dazu sollte er zentrale Datenkataloge, sofern vorhanden, und Registereinträge abgleichen oder die Register gegen fachlich definierte Qualitätsregeln prüfen. Diese Prüfung ist entscheidend, um das Wissen der Verwaltung qualitätsgesichert und schnell für Verwaltungsentscheidungen nutzen zu können. Unsere Expert:innen zeigen auf, wie Ämter und Behörden Qualitätskriterien entwickeln, die Kritikalität der Daten bewerten – und so die Datenqualität konkret und dauerhaft erhöhen.
Ansprechpartner:
Fabian Nagel