PCAF-Update 2025: Was sich jetzt ändert (Teil 2)
- 14 Minuten Lesezeit
Der aktualisierte PCAF-Standard schließt zentrale methodische Lücken bei Scope 3, Kategorie 15 und schafft die Grundlage für präziseres Reporting und wirksamere Portfoliosteuerung für Banken und Versicherungen.
Der aktualisierte PCAF-Standard bringt weitreichende Änderungen für das Reporting von finanzierten Emissionen, von verschärften Scope-3-Anforderungen über präzisierte Attributionsregeln bis hin zu drei neuen Asset-Klassen. Doch was bedeutet das in der Praxis?
Unser Blog analysiert die Auswirkungen für jede Asset-Klasse, zeigt zentrale Herausforderungen bei Datenqualität, Dokumentation und Berechnung auf und gibt konkrete Tipps zur effizienten Umsetzung.
Die Partnership for Carbon Accounting Financials (PCAF) hat im Dezember eine Aktualisierung der Methodik zur Berechnung von Scope 3.15 Emissionen (Global Greenhouse Gas Accounting and Reporting Standard for the Financial Industry („Standard“)) veröffentlicht. Im Dezember haben wir bereits einen Überblick zu den wesentlichen Neuerungen gegeben. Diese Fortsetzung setzt darauf auf und legt die zentralen Änderungen pro Asset-Klasse dar. Die zentrale Frage für Anwender ist hierbei, welche Auswirkungen die Änderungen in der Praxis haben. Dieser Artikel stellt dies für jede Asset-Klasse dar und gibt Tipps zur effizienten Umsetzung.
Das Update ist für alle Institute im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)-Berichterstattung anzuwenden, wenn eine Anpassung der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) hinsichtlich des PCAF-Standards erfolgt ist. Die aktuell gültigen ESRS verweisen noch auf die vorherige Version des PCAF-Standards.
Beleuchtet werden alle bereits vor dem Update bestehenden Asset-Klassen, d.h.:
- Listed equity and corporate bonds
- Business loans and unlisted equity
- Project finance
- Commercial real estate
- Mortgages
- Motor vehicle loans
- Sovereign debt
sowie die neuen Asset-Klassen:
- Use of proceeds (UoP) structures
- Securitisation and structured products
- Sub-sovereign debt
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick zu den wesentlichen Änderungen und zentralen Herausforderungen bei der Umsetzung:
Übergreifende Änderung: Scope 3-Emissionen aller Sektoren müssen berichtet werden
Bislang nur für ausgewählte Sektoren, nun für alle erforderlich: Scope 3-Emissionen der Sektoren bzw. aller Gegenparteien müssen berichtet werden. Ausgenommen ist hierbei die Asset-Klasse „Project finance“, hier sollen Scope 3-Emissionen nur berichtet werden, sofern diese für das konkrete Projekt relevant sind.
Insbesondere die Verfügbarkeit und Datenqualität ist hierbei von zentraler Bedeutung. Scope 3-Emissionen der Gegenparteien von Finanzinstituten sind weiterhin im Vergleich nur limitiert verfügbar, jedoch auch in Form der eigenen Scope 3.15-Emissionen von Finanzinstituten aufgrund verschiedener regulatorischer Anforderungen, bspw. aus der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und der Capital Requirements Regulation (CRR) 449a nur in reduzierter Form zu veröffentlichen.
Listed equity and corporate bonds
Der Umfang dieser Assetklasse umfasst jetzt auch nicht börsengehandelte Unternehmensanleihen. Weitere Änderungen umfassen:
- Der Unternehmenswert inklusive Barmittel (EVIC) wurde genauer definiert und entspricht der Empfehlung der EU Technical Expert Group on Sustainable Finance (TEG) und der Benchmark-Verordnung.
- Die Rolle von Datenanbietern und der Umgang mit ihnen, etwa zu Datenqualität, Transparenz und dem Schließen von Lücken, wurde ergänzt.
Herausforderungen bei der Asset Klasse „Listed equity and corporate bonds“
Der neue Standard enthält eine ausführliche Beschreibung zu Schwankungen des Marktwerts und wie diese die Berechnungen beeinflussen können. Dafür werden mögliche Korrekturen wie eine Inflationsanpassung vorgeschlagen.
Als zentrale Herausforderung ergibt sich das Herausrechnen dieser Schwankungen, zum Beispiel über eine Inflationskorrektur. Dies bedeutet zwar zusätzlichen Aufwand, hilft aber bei der Steuerung der Emissionen.
Business loans and unlisted equity
Die bestehende Assetklasse wurde erweitert: „Business loans to listed companies“ wurden hierunter inkludiert. Weitere Änderungen umfassen:
- Für gegenseitige Kredite und Investitionen zwischen Finanzinstituten gilt: Institute können die Emissionen des jeweils anderen Instituts berücksichtigen, ohne die umgekehrte Kredit- oder Investitionsbeziehung mitzuzählen. So werden Berechnungsschleifen und Doppelzählungen vermieden.
- Außerdem zählen Kundeneinlagen zum Buchwert der Schulden, da sie ein zentraler Bestandteil der Finanzierung sind und die Geschäftstätigkeit ähnlich wie Fremd- und Eigenkapital unterstützen.
Herausforderungen bei der Asset Klasse „Business loans and unlisted equity“
Das Herausrechnen gegenseitiger Investitionsbeziehungen kann zu Anpassungen im Emissionsscope führen. Entsprechende Anpassungen/Änderungen der Emissionen sollten transparent dargestellt werden.
Project finance
Durch das PCAF-Update wurde die Methodik der Asset-Klasse erweitert. Die Änderungen umfassen:
- Die Unterscheidung von Projektfinanzierungen mit und ohne eigene Bilanz wurde neu eingeführt. Sofern keine eigenen Projektemissionen identifiziert werden können, erfolgt die Berechnung und Zuordnung der Emissionen proportional zum Finanzierungsanteil am Emittenten bzw. an der übergeordneten Einheit, etwa der gesamten Produktionsstätte.
- Zudem soll, wenn der „project value at origination“ nicht ermittelbar ist, der zuletzt verfügbare Projektwert genutzt werden. Dieser soll für die nachfolgenden Jahre fixiert werden.
- Vermiedene Emissionen werden in diesem Standard nicht länger unter “Project finance” behandelt, sondern als ergänzende Leitlinien mit dem Titel „PCAF’s Financed Avoided Emissions and Forward-looking Metrics“ außerhalb dieses Standards.
Herausforderungen bei der Asset Klasse „Project finance“
Die Berechnungsmethode von Projekten muss aufgrund der neuen Unterscheidung (Bilanz bzw. keine eigene Bilanz) ggf. angepasst werden. Die Implikationen reichen, in Abhängigkeit des Volumens der Projektfinanzierungen, hierbei von Anpassungen technologischer Hilfsmittel zur Emissionsberechnung bis zur Festlegung eines neuen Basisjahrs.
Mortgages
Mit dem Update des PCAF‑Standards wurde die Methodik für die Assetklasse “Mortgages” nicht grundlegend verändert, sondern präzisiert und gezielt weiterentwickelt. Für Institute bedeutet das: Die bekannte Berechnungslogik bleibt bestehen, gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an Transparenz, Konsistenz und Nachvollziehbarkeit.
Wesentliche Änderungen sind:
- Klarere Abgrenzung der Assetklasse “Mortgages” gegenüber “Commercial Real Estate”: Wohnimmobilien fallen nur dann unter “Mortgages”, wenn sie ausschließlich zu Wohnzwecken genutzt werden, gleiches gilt auch für kleinere Mehrfamilienhäuser
- Weiterentwicklung der Datenlogik: Während der Standard 2022 bereits verschiedene Datenquellen zuließ, beschreibt die Version 2025 nun klar und verbindlich eine Datenhierarchie
- Klarstellung zum zeitlichen Umgang mit Emissionsdaten: PCAF erkennt ausdrücklich an, dass Gebäudeemissionsdaten häufig nicht für das gleiche Jahr wie die Finanzdaten vorliegen. Institute dürfen daher weiterhin die jeweils aktuellen verfügbaren Emissionsdaten verwenden, auch wenn diese zeitlich hinterherlaufen. Gleichzeitig wird jedoch erwartet, dass diese zeitlichen Abweichungen transparent gemacht werden und dass Institute mittelfristig auf eine bessere zeitliche Konsistenz hinarbeiten.
Herausforderungen bei der Asset Klasse „Mortgages“
Institute sollen künftig stärker erläutern, warum sich finanzierte Emissionen verändern. Solche Veränderungen können beispielsweise durch Neugeschäft, Tilgungen, Portfolioverlagerungen oder energetische Verbesserungen entstehen. Diese sogenannte Fluctuation Analysis erhöht zwar den Analyseaufwand, verbessert aber deutlich die Verständlichkeit der ausgewiesenen Emissionszahlen für Management, Aufsicht und externe Stakeholder.
Der Fokus verschiebt sich klar von der reinen Berechnung hin zu Datenqualität, Transparenz und erklärbarer Emissionsentwicklung. Für Institute bedeutet das weniger methodische Umstellung, aber mehr Anforderungen an Datenmanagement, Dokumentation und strategische Weiterentwicklung der Wohnbauportfolios.
Motor vehicle loans
Das PCAF-Update 2025 belässt die Methodik für “Motor vehicle loans” im Kern unverändert, präzisiert sie jedoch an mehreren zentralen Stellen. Wesentliche Anpassungen umfassen:
- Gestärkte Betonung des „Follow the Money“-Prinzips, das nun klarer fordert, Emissionen exakt entlang des tatsächlichen Finanzierungsanteils zu attribuieren.
- Verfeinerung und Vereinheitlichung der Attributionsregeln: über alle Assetklassen hinweg formuliert – mit direkter Auswirkung auf Fahrzeugfinanzierungen, bei denen oft mehrere Parteien oder Leasingstrukturen beteiligt sind.
- Verschärfung der Datenqualitätsanforderungen: Reale fahrzeugspezifische Emissions bzw. Verbrauchsdaten werden stärker priorisiert, während Proxy Daten und Schätzwerte wesentlich detaillierter dokumentiert und begründet werden müssen.
Herausforderungen bei der Asset Klasse „Motor vehicle loans“
Für Institute entstehen aus dem Update der Asset-Klasse „Motor vehicle loans“ erhöhte Anforderungen an die Qualität und Nachvollziehbarkeit der Datengrundlagen, präzisere Attribution, insbesondere bei Misch- oder Leasingstrukturen, sowie ein deutlich größerer Dokumentationsaufwand bei der Anwendung von Schätzlogiken und Proxy-Faktoren.
Sovereign debt
Durch das PCAF-Update wurde die Methodik dieser Asset-Klasse erweitert. Die Änderungen umfassen:
- Die Definition der Asset-Klasse wurde geschärft, indem klargestellt wurde, dass nur staatliche Anleihen und Kredite „issued by a national government“ erfasst sind. Damit werden Finanzierungen gegenüber supranationalen oder subnationalen Körperschaften ausgeschlossen.
- Auch die Behandlung von Zentralbank-Exposures wurde angepasst. Während diese zuvor grundsätzlich als „not within scope“ galten, stellt das Update klar, dass sie dann erfasst werden, wenn die Zentralbank im Auftrag des Staates Schuldtitel ausgibt.
- Weiter wird präzisiert, dass für supranationale Emittenten keine Emissionen zu berichten sind, da eine Aggregation systematisch zu Doppelzählungen führen würde.
Herausforderungen bei der Asset-Klasse „Sovereign debt“
Institute müssen ihre Exposures zwischen nationalen, supranationalen und subnationalen Emittenten sauber abgrenzen. Dadurch ergeben sich gegebenenfalls Verschiebungen einzelner Positionen. Darüber hinaus steigen die Anforderungen an Datenqualität und Konsistenz bei der Nutzung alternativer Datenquellen. Ergänzend ist eine intensivere Dokumentationspflicht erforderlich, insbesondere zu Quellen, Datenqualität, dem Einsatz von Proxys sowie den gewählten Emissionsvarianten, um die Nachvollziehbarkeit der Berechnungen sicherzustellen.
Neue Asset-Klasse: Use of proceeds (UoP)
Das PCAF-Update deckt Use of proceeds (UoP)-Strukturen erstmals als eigene Asset-Klasse ab. Eine Struktur wird dann als UoP-Struktur gewertet, wenn die Mittel mehreren spezifischen Assets zugeordnet werden können. Erfasst sind sowohl Eigen- als auch Fremdkapitalprodukte, inklusive verschachtelter Konstruktionen wie Fund in Fund.
Emissionen werden nicht auf Ebene der UoP-Struktur selbst berücksichtigt, sondern relevant sind ausschließlich die Emissionen der zugrunde liegenden, tatsächlich finanzierten Assets. Wie die Emissionen bestimmt werden, ergibt sich daher aus den bereits bestehenden PCAF-Methoden.
Das Update betont die Rollenverteilung zwischen Issuer und Investor. Idealerweise berechnet der Issuer einer UoP-Struktur die Emissionen und stellt diese bereit, damit Investoren nicht auf Schätzwerte oder Proxy-Logiken ausweichen müssen. Investoren wenden zwei Ebenen der Attribution an:
- Zuteilung der Asset Emissionen auf die Struktur
- Zuordnung des eigenen Investmentanteils
Neu ist außerdem die explizite Unterscheidung zwischen separaten und integrierten UoP-Strukturen. Im Gegensatz zu integrierten Strukturen sind die Assets der separaten Strukturen nicht auf der Bilanz des Issuers. Damit können hierbei nur für die allokierten Assets die Emissionen bestimmt werden. Außerdem wurde aufgenommen, dass PCAF das Risiko von „Scope Shifting“ adressiert, also der unbeabsichtigten Verschiebung von Emissionen zwischen Asset-Klassen, insbesondere bei integrierten Strukturen.
Herausforderungen bei der Asset-Klasse „Use of proceeds (UoP)“
Bei UoP-Strukturen ist entscheidend, dass die Mittel eindeutig den Assets zugeordnet werden können, sonst kann die Methode nicht angewendet werden. Zudem muss klar geprüft werden, ob es sich um eine separate oder integrierte UoP-Struktur handelt, weil dies die Wahl der Berechnungsmethodik bestimmt. Letztendlich bleibt die Qualität der Emissionsdaten der zugrunde liegenden Assets zentral. Fehlen verlässliche Daten, steigt der Einsatz von Schätz- und Proxy-Ansätzen und damit auch der Dokumentationsaufwand im Reporting.
Neue Asset-Klasse: “Securitization and structured products”
PCAF hat eine neue Methodik zur Ermittlung der finanzierten Emissionen für verbriefte und strukturierte Produkte entwickelt, die durch klar identifizierbare Kredite, Leasingverträge oder andere ertragsgenerierende Vermögenswerte abgesichert sind. Verbriefungen und strukturierte Produkte sind komplex und involvieren mehrere Parteien entlang der Investmentkette, darunter Originatoren, Investoren und Arrangierer. Jede Partei trägt Verantwortung für die Emissionen, die durch ihre jeweilige Rolle entstehen, und muss diese in ihrer Bilanz berücksichtigen.
Die PCAF-Methodik erfasst Verbriefungen und strukturierte Produkte mit unterschiedlichen Arten von zugrunde liegenden Sicherheiten:
- Forderungen auf reale Vermögenswerte
- Unternehmensschulden
- Autokredite oder sonstige Forderungen aus Sachwerten
Das Finanzinstitut sollte für den jeweiligen Sicherheiten-Typ einen „Look-through“-Ansatz anwenden, um die angemessene Methodik zur Bilanzierung der finanzierten Emissionen zu bestimmen. Insgesamt empfiehlt PCAF daher einen sogenannten Phase-in-Ansatz mit Fokus auf Sektoren / Regionen mit der höchsten Datenverfügbarkeit. Die Ermittlung der finanzierten Emissionen erfolgt in fünf Schritten:
- Berechnung der Emissionen auf Einzelasset-Ebene je nach PCAF Methode
- Zuordnung der Emissionen auf Einzelkredite
- Aggregation der Kreditemissionen auf den Sicherheitenpool
- Verteilung der Emissionen des Sicherheitenpools auf die Deal-Tranchen und einbehaltenen Positionen
- Zuordnung der Tranchen-Emissionen zu Investoren
Herausforderungen bei der Asset-Klasse „Securitization and structured products“:
PCAF weist darauf hin, dass selten Emissionsdaten für die zugrunde liegenden Vermögenswerte von strukturierten Produkten vorliegen. Wenn Emissionsdaten fehlen, sind zahlreiche komplexe Annahmen erforderlich. Investoren sind zudem auf die Art und Qualität von Daten, die die Originatoren zur Verfügung stellen, angewiesen. Zusätzlich ist die Asset-Klasse sehr breit gefächert und umfasst viele verschiedene Finanzierungsstrukturen. Innerhalb dieser Strukturen gibt es wiederum unterschiedlichen Exposure-Typen, was die Anwendung einer einheitlichen Methodik zusätzlich herausfordernd macht. Bei repackaged Deals, also erneut gebündelten oder umstrukturierten Transaktionen, entstehen zusätzliche Schwierigkeiten.
Neue Asset-Klasse: Subsovereign debt
Das PCAF-Update führt “Subsovereign debt” erstmals als eigene Asset-Klasse ein. Enthalten sind nun alle Anleihen und Kredite von regionalen, städtischen und lokalen Gebietskörperschaften. Das ist ein Bereich, der vor dem Update noch nicht gesondert abgedeckt war. Damit wird die methodische Lücke unterhalb der nationalen Ebene geschlossen und subnationale Finanzierungen können erstmals konsistent erfasst werden.
Zentral ist die neue Unterscheidung zwischen „sovereignlike“ und „corporatelike“ Subsovereigns. Je nach Charakteristik erfolgt die Berechnung entweder territorial analog zur Sovereign-Methodik oder organisatorisch nach dem Ansatz für “Business loans & unlisted equity”.
Für die Berechnung territorialer Emissionen stellt PCAF mehrere Datenoptionen bereit – von verifizierten bzw. unverifizierten Emissionsdaten über Energieverbrauch bis hin zu sektoralen Intensitätswerten. Proxy-Regionen können genutzt werden, wenn lokale Daten fehlen. Gemeinsame Basis aller Varianten ist das kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt als Referenzgröße. Diese Flexibilität reagiert auf die oft begrenzte Datenverfügbarkeit im Subsovereign-Bereich.
Herausforderungen bei der Asset-Klasse „Subsovereign debt“:
Erstens müssen Subsovereign-Engagements eindeutig als „sovereignlike“ oder „corporatelike“ eingeordnet werden, da subnationale Emittenten oft hybride Merkmale aufweisen. Zweitens steigen die Anforderungen an Datenqualität und -beschaffung deutlich, weil PCAF künftig mindestens Scope1-Emissionen für Subsovereigns verlangt und Scope 2/3 ausdrücklich empfiehlt - eine Datengrundlage, die bei subnationalen Körperschaften häufig lückenhaft ist. Drittens müssen Proxy-Daten, Schätzlogiken und Datenqualitätsstufen transparent dokumentiert werden, inklusive der neuen Vorgaben zu Marktwertfluktuationen und den optionalen PCAF-Empfehlungen zur Berücksichtigung regionaler Klimarisiken und fiskalischer Abhängigkeiten.
Fazit
Das PCAF-Update erweitert und präzisiert die Methodik zur Berechnung finanzierter Emissionen erheblich. Zentrale Neuerung ist die verpflichtende Berichterstattung von Scope 3-Emissionen über alle Sektoren hinweg. Bei den bestehenden Asset-Klassen bleiben die Berechnungsmethoden weitgehend unverändert, jedoch steigen die Anforderungen an Datenqualität und Transparenz deutlich. Drei neue Asset-Klassen: “Use of proceeds”, “Securitisation/Structured Products” und “Subsovereign Debt” erweitern den Scope, bringen aber eigene Herausforderungen, insbesondere bei der Datenverfügbarkeit, mit sich.
Insgesamt verschiebt sich der Fokus von der reinen Berechnung hin zur strategischen Beschäftigung mit Daten und deren Auswirkungen auf die Steuerungsfähigkeit. Für Institute bedeutet dies spürbaren Mehraufwand, aber auch präzisere Steuerungsmöglichkeit von finanzierten Emissionen. Eine frühzeitige Anpassung von Steuerungsmodell, Prozessen, Dateninfrastruktur und IT-Systemen ist empfehlenswert.
Weiterführende Links:
- Blog: PCAF 2025: Was sich beim Standard für finanzierte Emissionen (Part A) jetzt ändert
- Blog: PCAF veröffentlicht aktualisierten Standard – was dieser für Versicherer bedeutet (Fokus: Part C – Insurance-Associated Emissions)
- Blog: Risikomanagement im Wandel: Navigieren in nicht-linearen Risikolandschaften
- Webcast: Financed Emissions: Grundlage für die Zielsetzung im Rahmen von Net Zero Transitionsplänen
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