Financed Emissions im Finanzsektor: verbesserte Berichtsqualität und Zielsetzung, aber Lücken bei Transparenz und Abdeckung

  • 14 Minuten Lesezeit

Aus unserer Reihe „CSRD-Benchmarking im Finanzsektor 2026“

Wie hat sich die Berichterstattung über die finanzierten Emissionen im Vergleich zum Vorjahr entwickelt? Was sind mögliche Gründe für ein abweichendes Bild zwischen Banken- und Versicherungsbranche? Wie setzen Finanzunternehmen ihre Ziele und erreichen sie diese?  

Unser Benchmarking über 50 CSRD-Berichte von Banken und Versicherungen beschreibt die Entwicklung der finanzierten Emissionen und Zielberichterstattung und nennt mögliche Gründe für Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Zahlen. Zusätzlich lassen sich interessante Beobachtungen und Handlungsempfehlungen aus einem Inter- und Transsektorvergleich ableiten.  

In unserer Blogreihe „CSRD-Benchmarking im Finanzsektor 2026“ liefern wir Einblicke in das zweite Jahr der Nachhaltigkeitsberichterstattung gemäß CSRD und ESRS. 

Dieser Beitrag fokussiert sich auf die finanzierten Emissionen und die Berichterstattung über die Emissionsreduktionsziele der Vermögenswerte. Dabei sind vor allem folgende Fragestellungen zentral:  

  • Wie haben sich die finanzierten Emissionen im Vergleich gegenüber dem Vorjahr entwickelt?
  • Welche Vermögenswerte wurden einbezogen und welche zusätzlichen Angaben wurden gemacht?
  • Wie setzten sich Finanzunternehmen Emissionsreduktionsziele für ihre Portfolien?
  • Wie ambitioniert sind diese Ziele und wie ist der aktuelle Zwischenstand bei der Zielerreichung?  

In den kommenden Blogbeiträgen werden wir die Themen Diversität, Gleichbehandlung und demografischem Wandel in der Finanzbranche beleuchten.  

Nutzen Sie diese Erkenntnisse, um Best Practices abzuleiten und die CSRD-Daten strategisch für Wettbewerbsvorteile zu nutzen!  

Im Rahmen unseres CSRD-Benchmarkings 2026 haben wir die Nachhaltigkeitsberichte von 50 europäischen  Finanzunternehmen (30 Banken und 20 Versicherungsunternehmen) analysiert. Trotz uneinheitlichem Stand der CSRD-Umsetzung in den Mitgliedsstaaten wenden alle Finanzunternehmen die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) an und veröffentlichen die Nachhaltigkeitsinformationen bereits größtenteils im Rahmen ihres Lageberichts. Die Analyse umfasst sowohl große börsennotierte als auch nicht börsennotierte Finanzunternehmen aus Deutschland und weiteren EU-Ländern.  

Financed Emissions dominieren die Klimabilanz im Finanzsektor.  

Auch im zweiten Jahr der Berichterstattung nach den ESRS stellen die finanzierten Emissionen den mit Abstand größten Teil der Treibhausgasbilanz dar. Sowohl bei Banken als auch bei Versicherungen stammen im Schnitt 99 % der Emissionen aus Finanzierungsaktivitäten. Während die Emissionen der auf der Bilanz gehaltenen Vermögenswerte zentral sind, werden bei Versicherungen teilweise auch Emissionen aus dem Versicherungsgeschäft und bei Banken aus dem Asset Management und Kapitalmarktgeschäft hinzugezählt. 

Aufgrund der großen Bedeutung dieser Kategorie haben die meisten Banken (90 %) und Versicherungen (95 %) entsprechende THG-Emissionsreduktionsziele für ihre finanzierten Emissionen gesetzt. Während Banken in 83 % der Fälle angeben, über einen Transitionsplan zu verfügen, zeigen Versicherungen mit einem Anteil von 37 % geringere Ambitionen. Fast die Hälfte der Versicherungen ohne Transitionsplan gibt jedoch an, einen solchen in naher Zukunft zu erstellen. Insgesamt zeigt sich ein positiver Trend: Die meisten Finanzunternehmen verfügen inzwischen entweder über wissenschaftsbasierte Ziele oder äußern klar die Ambition, diese künftig einzuführen. 

Entwicklungen in Inventar und Zielsetzung bei Banken:

Viele Banken erweitern ihre Berichtsgrenzen was gegenüber dem Vorjahr zu deutlichen Anstiegen führt  

Fast zwei Drittel der Banken verzeichnen einen Anstieg der finanzierten Emissionen im Vergleich zum Vorjahr. Bei Banken, die einen Emissionsanstieg vermelden, steigen die Emissionen im Median um 12 %. Über alle Banken hinweg beträgt der Anstieg rund 3 %. Die Spanne der berichteten Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxidäquivalente (mtCO2e) reicht von ca. 3 mtCO2e bis 634 mtCO2e. Im Durchschnitt werden 127 mtCO2e berichtet. Über alle Banken in der Grundgesamtheit hinweg zeigt sich zwar eine positive Korrelation zwischen den berichteten Emissionen und der Bilanzsumme, zugleich lässt sich jedoch feststellen, dass diese Relation die Unterschiede in den absoluten finanzierten Emissionen nur begrenzt erklärt. 

Die meisten Banken zeigen neben dem Inventar in einer oder mehreren separaten Darstellungen die Aufteilung ihrer finanzierten Emissionen. Dabei wird häufig nach Kunden- oder Produktsegmenten unterschieden; teilweise erfolgt auch eine klare Berichterstattung nach Assetklassen. Um einen Vergleich zu ermöglichen, haben wir die Kundengruppen den aggregierten PCAF-Assetklassen zugeordnet. Nicht nur die höchste Emissionsintensität, sondern auch das größte Volumen liegt meist bei den Unternehmensfinanzierungen. Diese machen mit rund 70 % den größten Teil der finanzierten Emissionen aus. Trotz des hohen Anteils von Immobilienfinanzierungen und ihrer hohen Relevanz für den Klimaschutz machen diese, unter anderem aufgrund der Berechnungsmethodik, nur rund 3 % der gesamten finanzierten Emissionen aus. Beide Assetklassen werden von nahezu allen Banken berichtet. Teilweise werden keine Emissionen aus Privatkundenfinanzierungen ausgewiesen. Ein Drittel der Banken berichtet aktuell Emissionen aus dem öffentlichen Sektor, die im Fall einer Berichterstattung durchschnittlich 15 % der finanzierten Emissionen ausmachen. Unter den anderen, weniger häufig berichteten Assetklassen, finden sich häufig Projekt- und Automobilfinanzierungen. 

Bei einigen Banken hat die Hinzunahme von Emissionen der Assets under Management oder Facilitated Emissions zu einem Anstieg der finanzierten Emissionen geführt. Von den Banken, die über ein entsprechendes Geschäftssegment verfügen, berichten 52 % beziehungsweise 29 % über solche Emissionen. Die Durchschnittswerte von rund 85 mtCO2e beziehungsweise 21 mtCO2e verdeutlichen, dass diese Emissionsquellen einen erheblichen Einfluss haben können. 

Ein wesentliches Entwicklungsfeld ist die Transparenz über die Vollständigkeit der Emissionsberichterstattung. Nur bei etwas mehr als der Hälfte der Banken war eine eindeutige Angabe über den Anteil der in die Emissionsberichterstattung einbezogenen Vermögenswerte ableitbar. In den Fällen, in denen eine Abdeckungsquote berichtet wurde, liegt der Durchschnitt bei 79 %. Die Quote bezieht sich in der Regel auf Vermögenswerte, die auf der Bilanz gehalten werden. In diesem Kontext haben wir untersucht, ob sich aus der Emissionsintensität (On-Balance-Emissionen im Verhältnis zur Bilanzsumme) ein Zusammenhang mit der Abdeckungsquote ableiten lässt. Auch hier ist zwar ein positiver Trend erkennbar, das Ergebnis bleibt jedoch nicht eindeutig. 

Zielsetzung für wesentliche Fokussektoren, aber eingeschränkte Zwischenzielerreichung erwartet 

Banken berichten in der Regel über eine Auswahl ihrer Fokussektoren, für die sie Ziele gesetzt haben. Fast ausschließlich handelt es sich dabei, mit Ausnahme des Öl- und Gassektors, um physische Intensitäten. Während in den meisten Sektoren die Dekarbonisierung des Portfolios über eine effizienter werdende Realwirtschaft abgebildet wird, ist im Öl- und Gassektor häufig der Ausstieg das Ziel. Für Analysezwecke haben wir eine Vorauswahl von neun Sektoren getroffen und ausgewertet, wie häufig diese berichtet werden. Mit Abstand am häufigsten wird der Sektor Energie berichtet (26 von 30 Banken). Sehr häufig werden zudem Öl & Gas, Immobilien, Automobil und Stahl berichtet (jeweils mindestens 17 Banken). Von den 30 Banken berichten nur vier keine Sektorziele. Im Median werden sechs der neun ausgewählten Sektoren mit Zielen versehen. 

Über die Sektoren hinweg setzen sich Banken überwiegend wissenschaftsbasierte Ziele, die mit dem 1,5-°C-Ziel vereinbar sind. Davon weichen Zement und der Schifffahrtssektor im Durchschnitt ab. Bezogen auf die relative Reduktion bis zum Zieljahr 2030 sind die Sektoren Schifffahrt, Immobilien (Commercial Real Estate) und Energie am ambitioniertesten. Für Immobilien wird in der Regel CRREM als Szenario für die Bestimmung der Ziele festgelegt. Bei den anderen Sektoren dominiert klar der IEA Net Zero 2050-Pfad. Ausnahmen bilden die Schifffahrt (Poseidon) und die Luftfahrt (MPP PRU). Vereinzelt wird auch auf SBTi oder NGFS zur Bestimmung der Sektorzielwerte verwiesen.  

Um einen groben Überblick über den Fortschritt bei der Zielerreichung zu erhalten, haben wir auf Basis einer linearen Interpolation zwischen dem veröffentlichten Basisjahr und dem jeweiligen Sektorziel 2030 einen Sollwert für 2025 bestimmt. Diesen Sollwert haben wir mit dem berichteten Wert verglichen und darauf aufbauend bewertet, ob die jeweilige Bank auf oder unter dem Zielpfad liegt („on track“). Auf Basis dieser Auswertung schneiden die Sektoren Energie sowie Öl & Gas am besten ab; hier ist jeweils etwa die Hälfte der Banken „on track“. Deutlich schwächer steht vor allem der Sektor Luftfahrt da, bei dem aktuell keine Bank auf oder unterhalb des Zielpfads liegt. Bei dieser Auswertung ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Annahme einer linearen Reduktion bis 2030 nicht in jedem Sektor die tatsächliche Verteilung der Emissionsreduktion über die Jahre widerspiegelt. 

Optimierungsansätze 

  • Für eine stringente Berichterstattung über die Zeit ist es unerlässlich, signifikante Veränderungen aufzuzeigen. Dies umfasst auch Angaben zu den Auswirkungen von Maßnahmen und/oder Hebeln.
  • Viele Banken haben sowohl im Inventar als auch in der Zielberichterstattung auf Sektorebene weiterhin Lücken, die geschlossen werden sollten. Eine hohe Abdeckung kann die Glaubwürdigkeit der langfristigen Ambitionen erhöhen.
  • Die Überleitung zwischen Zielsetzung und Inventar sollte transparent dargelegt werden, um die Konsistenz der Berichterstattung sicherzustellen. Dies kann auch das Verständnis bei gegenläufigen Effekten von Inventar und Zielerreichung erleichtern. 

Entwicklungen in Inventar und Zielsetzung bei Versicherungen:

Reduzierte Emissionen mit wenigen Ausnahmen, finanzierte Scope-3-Emissionen bleiben eine entscheidende Variable. 

Bei den Versicherungen vermelden 62 % eine Reduktion der finanzierten Emissionen im Vergleich zum Vorjahr. Dennoch steigen die Emissionen im Durchschnitt um ca. 7 %. Dies liegt vor allem daran, dass die Versicherungen mit steigenden Emissionen meist sehr deutliche Zuwächse verzeichnen, während die absoluten Reduktionen bei den übrigen Unternehmen geringer ausfallen. Die Rückgänge können auf verbesserte Daten, eine Beibehaltung oder Verringerung des Berichtsscope oder eine Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen zurückgeführt werden. Auch im Versicherungsmarkt ist zu beobachten, dass die Emissionen mit steigender Bilanzsumme zunehmen; allerdings spielen auch hier andere Faktoren eine gewichtige Rolle. 

Die finanzierten Emissionen aus Scope 1 und 2 werden im Versicherungsmarkt zunehmend konsistenter berichtet. Dies zeigt sich zum einen in einem Vergleich der Emissionsintensitäten, der ein breites Mittelfeld erkennen lässt. Zum anderen etablieren sich die grundlegenden berichteten (PCAF-)Assetklassen zunehmend. Fast alle Versicherungen berichten Emissionen aus mindestens Unternehmensfinanzierungen, Immobilien und dem öffentlichen Sektor. Diese Art der Berichterstattung erhöht die Vergleichbarkeit im Markt. Wesentlich im Hinblick auf den Anteil an den gesamten finanzierten Emissionen sind vor allem Unternehmensfinanzierungen (58 %) und Staatsanleihen (33 %). Letztere sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Immobilien machen auch im Versicherungssektor trotz ihrer hohen Bedeutung mit 1 % nur einen sehr geringen Anteil aus. Weitere Assetklassen betreffen vor allem Projektfinanzierungen. 

Ein großer Teil der Versicherungen (75 %) berichtet eine Abdeckungsquote, die im Durchschnitt 83 % beträgt. Nur in seltenen Fällen berichten Versicherungen Emissionen aus Assets under Management oder fondsgebundenen Lebensversicherungen. 

Ein viel diskutiertes Thema im Versicherungsmarkt ist der Umgang mit den Scope-3-Emissionen der finanzierten Unternehmen im Portfolio. 63 % der Versicherungen berücksichtigen diese Emissionen und beziehen sie in ihre finanzierten Emissionen ein. Viele dieser Unternehmen verdeutlichen zusätzlich, welcher Anteil ihrer finanzierten Emissionen Scope 1 und 2 zuzuordnen ist, um die Vergleichbarkeit mit dem Rest des Marktes sicherzustellen. Als Grund für den Ausschluss wird vor allem die Datenqualität der Scope-3-Emissionen genannt, die sich unter anderem in einer hohen Volatilität zeigt. Der Effekt auf die gesamten finanzierten Emissionen ist signifikant: Versicherungen, die inklusive Scope 3 berichten, weisen im Durchschnitt eine sechsmal höhere Intensität auf. Die Vergleichbarkeit innerhalb des Marktes hängt daher stark von einer einheitlichen Auslegung ab. 

Zielerreichung bei Subportfolien „on track“, allerdings bleibt die Zielabdeckung weiter ausbaufähig.  

Nahezu alle Versicherer (95 %) setzen sich Emissionsreduktionsziele für ihre Kapitalanlagen. Von allen Versicherungen haben 75 % separate Ziele für ihre Unternehmensfinanzierungen und 50 % für das Immobilienportfolio. Für das Zieljahr 2030 liegt das Ambitionsniveau im Median bei 50 % für Unternehmensfinanzierungen und bei 30 % für das Immobilienportfolio. Für Unternehmensfinanzierungen wird meist auf die Zielsetzungsmethodik der NZAOA unter Verweis auf die IPCC-Szenarien Bezug genommen. Für Immobilien sind die CRREM-Pfade am weitesten verbreitet. Um einen groben Überblick über den Fortschritt der Zielerreichung zu erhalten, haben wir auf Basis einer linearen Interpolation zwischen dem veröffentlichten Basisjahr und dem jeweiligen Ziel für 2030 einen Sollwert für 2025 bestimmt. Diesen Sollwert haben wir mit dem berichteten Wert verglichen und darauf aufbauend bewertet, ob die jeweilige Versicherung auf oder unter dem Zielpfad liegt („on track“). Insgesamt zeigt sich ein sehr positives Bild: 86 % beziehungsweise 75 % der Versicherungen sind für ihre Ziele in den Bereichen Unternehmens- und Immobilienfinanzierungen „on track“. 

Optimierungsansätze 

  • Für eine stringente Berichterstattung über die Zeit ist es unerlässlich, signifikante Veränderungen aufzuzeigen. Dies umfasst auch Angaben zu den Auswirkungen von Maßnahmen und/oder Hebeln. 
  • Versicherer sollten ihre „Blind Spots“ reduzieren, indem sie die Berichtsgrenzen erweitern, um frühzeitig ein möglichst vollständiges Bild zu erhalten und die Wahrscheinlichkeit größerer Anstiege in den kommenden Jahren zu verringern. Dazu gehört auch eine konsistente Berichterstattung über finanzierte Scope-3-Emissionen. 
  • Mittelfristig sollten Versicherer die Abdeckung ihrer Ziele erhöhen, um ihre Ambitionen und deren Berichterstattung glaubwürdiger zu gestalten. 

Unterschiede zwischen Banken und Versicherungen in Bezug auf Scope-3-Emissionen und die Zielsetzung. 

Sowohl bei Banken als auch bei Versicherungen beziehungsweise deren Portfolien ist an vielen Stellen zu beobachten, dass die Scope-1- und Scope-2-Emissionen tendenziell eher sinken, während die Scope-3-Emissionen der finanzierten Unternehmen zu einem Anstieg der finanzierten Emissionen führen. Viele Finanzunternehmen berichten eine Abdeckungsquote, diese ist jedoch nur eingeschränkt interpretierbar, da die zugrunde liegende Berechnungsmethodik inkonsistent ausgelegt wird. Während einige die Vermögenswerte mit Emissionen ins Verhältnis zu allen Vermögenswerten setzen, verwenden andere als Bezugsgröße die vom PCAF abgedeckten Assetklassen. Über alle Finanzunternehmen hinweg deutet ein Anstieg der Emissionen daher eher auf eine Erweiterung der Berichtsgrenzen hin als auf ein tatsächlich emissionsintensiveres Portfolio. 

In der Zielberichterstattung fällt auf, dass Banken die Dekarbonisierung ihres Portfolios auf Ebene der Sektoren steuern, während Versicherungen dies in der Regel auf Ebene der Subportfolien tun. Gründe hierfür könnten die Nähe zu den Kunden beziehungsweise Sektoren sowie der Grad der Diversifikation der Portfolien sein. Beide Sektoren haben Entwicklungspotenzial, die Transparenz über den Umfang der Ziele im Verhältnis zu den gesamten Emissionen des Inventars zu erhöhen. Während Banken nur selten eine Abdeckungsquote berichten, beziehen sich Versicherer häufig nur auf die finanzierten Scope-1- und Scope-2-Emissionen, wodurch die Bedeutung der Ziele tendenziell höher wirkt. 

Bei Versicherungen ist der Einbezug der Scope-3-Emissionen in das Inventar ein viel diskutiertes Thema, während Banken diese Emissionen ausnahmslos in ihr Inventar aufnehmen und in den meisten Fällen auch in den relevanten Sektorzielen berücksichtigen, etwa im Automobilsektor. Versicherungen setzen aktuell dagegen nur Ziele für die Scope-1- und Scope-2-Emissionen der finanzierten Unternehmen. 

Fazit und Ausblick 

Die Analyse zeigt, dass finanzierte Emissionen auch im zweiten Jahr der CSRD-Berichterstattung der zentrale Hebel für die Klimasteuerung im Finanzsektor bleiben. Zwar steigen die berichteten Emissionen bei vielen Unternehmen, dies ist jedoch häufig auf erweiterte Berichtsgrenzen und eine verbesserte Datengrundlage zurückzuführen und bedeutet nicht zwangsläufig eine höhere Emissionsintensität der Portfolien. Insbesondere die Anpassung des PCAF im Dezember 2025 könnte als Chance genutzt werden, die berücksichtigten Vermögenswerte erneut zu bewerten und das Inventar auszuweiten. 

Gleichzeitig zeigt sich noch deutlicher, dass viele Finanzunternehmen ihre Dekarbonisierungsstrategie weiter schärfen und die Berichterstattung zu finanzierten Emissionen inhaltlich wie methodisch weiterentwickeln. Der Fokus liegt zunehmend auf der Einordnung wesentlicher Dekarbonisierungshebel. Dennoch bestehen bei Transparenz, Abdeckung und Vergleichbarkeit weiterhin wesentliche Verbesserungspotenziale, etwa bei der Offenlegung von Berichtsgrenzen, der Konsistenz zwischen Inventar und Zielen sowie der Nachvollziehbarkeit von Veränderungen im Zeitverlauf. Wer Emissionsinventar, Reduktionsziele und Fortschritte schlüssig miteinander verbindet und verständlich darstellt, schafft damit nicht nur regulatorische Sicherheit, sondern auch Glaubwürdigkeit gegenüber Stakeholdern und kann Nachhaltigkeitsberichterstattung gezielt als strategischen Wettbewerbsvorteil nutzen. 

Weiterführende Links: 

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Martin Weirich

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